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Seit März 1997 ist es uns vergönnt, das
vielfältige Dorfleben zu begleiten und zum Teil
widerzuspiegeln. So gesehen sind die Leubnitzer Nachrichten
auch eine Chronik. Bekanntmachung des Positiven ist Lob.
Veröffentlichung von Negativem, wenn möglich mit konkretem
Verbesserungsvorschlag, war oft der erste Schritt zur
Problemlösung. Dass dies ein schmaler Weg ist, haben wir
mehrmals bedauernd zur Kenntnis nehmen müssen. Nicht immer
ist es uns gelungen, allen Fettnäpfchen auszuweichen. Zum
Werkzeug persönlicher Anfeindungen ließen wir uns nie
machen.
Vereine nutzen unsere Unterstützung mit unterschiedlicher
Intensität. Gern kündigen wir Aktivitäten an und ebenso gern
berichten wir darüber.
Die Redaktion ist auf Zuarbeit angewiesen! Die Bewohner
aller Ortsteile können und sollen sich hier mehr einbringen.
Rechtzeitige Übergabe von Beiträgen jedweder Art, am besten
auf CD oder Diskette, ermöglicht die zeitnahe
Veröffentlichung.
Vor Privat- und Vereinsnachrichten rangieren Artikel zur
Arbeit des Bürgermeisters sowie der Gemeinde- und
Ortschaftsräte. Dies ist der Hauptzweck unserer Zeitung.
Die Bürger sollen mit den Schwierigkeiten der
Kommunalpolitik vertraut gemacht werden, umso die
Entscheidungen ihrer gewählten Vertreter nachvollziehen und
verstehen zu können. Anderes ist platzfüllendes,
schmückendes Beiwerk mit bildender und unterhaltender
Absicht.
Dank gilt allen, die Beiträge liefern, an der Fertigstellung
mitwirken, die Zeitungen verteilen oder uns mit
Anzeigenaufträgen unterstützen. Die Druckqualität konnte
verbessert werden, was sich besonders bei der Wiedergabe von
Fotos bemerkbar macht. Wir entwickeln uns.
Unser immer und immer wieder gen Rodau gesandtes Werben um
Vereinigung der beiden Zeitungen blieb bisher ohne Erfolg.
Bedingungen werden nicht genannt. Ablehnungsgründe bleiben
durchsichtig.
Im Zuge der Diskussionen um den Haushalt 2007 streift auch
uns der eiskalte Hauch des Sparzwanges. Auflagenhöhe und
Layout- kosten werden in Frage gestellt. Inwieweit
Umverteilungen und Verzicht auf gewohntes hinreichend
greifen und nur die gewünschten Effekte hervorrufen bleibt
abzuwarten. Die Redaktionen haben darauf keinen
entscheidenden Einfluss. Heinz Reichardt |
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1. Teil
Kürzlich bekam ich einen Anruf aus Hamburg, man
interessierte sich für die ehemalige Sternwarte des Herrn
Löbering. Man vermutete, die Sternwarte sei im Krieg
zerstört worden. Ich konnte aber aus eigener Erfahrung
mitteilen, daß die Sternwarte noch in den 60er existierte.
Ich hatte Kontakt zu Herrn Löbering, wir konnten mit
Jugendweihlingen aus Mehltheuer und Syrau die Sternwarte
besuchen. Wir wollten die Sternwarte 1969 für unsere Schule
haben für den Astronomieunterricht, weil ja ab 1969 in
Mehltheuer die Polytechnische Oberschule aufgebaut wurde,
zunächst bis zur 8. Klasse. 1972 wurde die erste 10. Klasse
entlassen. 2007 wird die letzte 10. Klasse entlassen.
Die Sternwarte war plötzlich verschwunden, wir kamen zu
spät. Keiner wußte wohin sie gekommen ist, wurde sie an
Privat verkauft oder hat Herr Löbering sie mit nach
Maulbronn zu seiner Tochter genommen, Herr Löbering zog 1969
in den Westen, er durfte ja alles mitnehmen.
14 Tage später kam wieder ein Anruf aus Hamburg, ein
gewisser Herr Degenkolb hatte herausgefunden wohin die
Sternwarte verschwunden war. Mir wurde die Telefonnummer von
Herrn Günter Loipel genannt, in Thüringen wohnhaft. Ich
hatte ein längeres Gespräch mit Herrn Loipel, er hat viele
Jahre mit Herrn Löbering in Fasendorf zusammengearbeitet,
aus Dankbarkeit hat Herr Löbering ihm die Sternwarte
vermacht. Sie wurde auch in Thüringen wieder aufgestellt,
zur Zeit ruht sie im Schulamt in Erfurt. Herr Loipel war mit
Herrn Löbering sehr vertraut, er konnte viele Ereignisse
über Herrn Löbering mir mitteilen, eine Geschichte ist
besonders interessant. In den 40er Jahren während seiner
Tätigkeit an der Kunstschule in Plauen wurde er von der
Schulsekretärin mitten aus dem Unterricht geholt, die
Sekretärin konnte ihm schnell noch sagen, daß 2 Herren der
GESTAPO auf ihn warten.
Nun was werden die von mir wollen? Sie wollten wissen, ob er
sich mit Astrologie beschäftigt, dies konnte er natürlich
streng von sich weisen, er sei Astronom, die Herren sollen
mitkommen und sich seine Sternwarte anschauen, Es war gerade
eine Zeit der
Sonnenflecken, die konnte man ja auch bei Tag beobachten.
Trotzdem durchsuchten sie seine Bücherei nach Astrologie.
Sie fanden aber nichts, somit war die Sache erst einmal
erledigt. Die Frage nach dem Warum kann auch schnell
beantwortet werden, Hitler hatte Wut auf die Astrologen, die
ihn falsch beraten hatten, deshalb sollten alle Astrologen
beseitigt werden. Ich kann jetzt auch daraus schließen, daß
Herr Löbering nichts mit dem sogenannten SS-Ahnenerbe in
Fasendorf zu tun hatte. (Mehltheurer Anzeiger vom
Februar 2007). Herrn Loipel schickte ich einen dicken Brief
mit Unterlagen über Herrn Löbering. Frau Heidrun Bauer aus
Fasendorf teilte mir mit, daß sie im Zusammenhang mit ihrer
beruflichen Tätigkeit viele Jahre das Grab von Herrn
Löbering auf dem Friedhof 1 in Plauen gepflegt hat. Das war
mir neu. Gewundert habe ich mich, daß die Amerikaner die
Sternwarte 1945 nicht mitgenommen haben, denn damals mußten
alle Fotoapparate, Ferngläser, Gewehre, Säbel usw. abgegeben
werden, sogar ein Bestrahlungsapparat von Dr. Reuter.
Kriegsbeute!
2. Teil
1955 wurde Herr Werner Jacob (Schulleiter von 1951-55) zu
den Grenztruppen als Kulturoffizier berufen. Dafür kam Herr
Werner Richter aus Schneckengrün als Schulleiter nach
Mehltheuer. Nun fehlte in Schneckengrün der Lehrer für
Chemie und Physik. Ich sollte diese Aufgabe übernehmen,
zunächst sträubte ich mich, als ich aber merkte, daß der
Schulinspektor Egon Schink sauer reagierte, versuchte ich
nur noch herauszuholen was möglich war, ich bekam
Kilometergeld 10 Pf/km, im Monat kamen so 4,80 M zusammen,
für die 6 Wintermonate Wanderlehrerzulage 40 M pro Monat.
Mit dem Fahrrad fuhr ich zweimal wöchentlich zur
Schneckengrüner Schule, die außerhalb des Ortes lag, auf der
sogenannten Wettinhöhe. In der Klasse 7/8 waren jeweils 4
aus der 7 und 4 aus der 8. Wir konnten viele Experimente
durchführen, Chemikalien waren reichlich vorhanden, was
fehlte waren Geräte, so transportierte ich im Rucksack eine
pneumatische Wanne und den sogenannten Kippchen Apparat u.a.
Beim 2. Besuch waren auf einmal die Schüler der 5. und 6.
Kl. anwesend. Was wollt ihr? Wir haben jetzt bei Ihnen
Zeichnen. Nun gut, zeichnet mal die Erlmeierkolben auf dem
Tisch! Beim Experimentieren durften sie natürlich zusehen.
In der Pause erkundigte ich mich bei Frau Hertha Lötsch, der
Schulleiterein. Wußten Sie das nicht, hatten sie den
Lehrplan für den Mehrstufenunterricht an Landschulen nicht
bekommen. Dann ging das Zeichnen nach Plan.
Auf meinem Weg nach Schneckengrün stand auf einmal ein
russischer Soldat, der mir die Weiterfahrt verweigerte. Mit
ein paar russischen Brocken und meiner Schulmappe erreichte
ich schließlich die Weiterfahrt. Ein anderes Mal stand
wieder ein Posten dort, der ließ mich nicht durch- Schießen.
Ich kehrte zurück und rief die Gemeinde Schneckengrün an,
die Schule hatte kein Telefon. Der damalige Bürgermeister
meinte, das sind wir schon gewöhnt, er werde mal zur Schule
laufen und Bescheid sagen. Wieder ein anderes Mal auf dem
Rückweg nach Hause hielt mich ein Posten der Russen mit
Gewehr und Schäferhund an, ich mußte mit in den Wald, nun
dachte ich hat dein letztes Stündlein geschlagen, auf einmal
kamen wir zu einem Fuchsbau, der Schäferhund hatte ihn
ausgegraben, dort lagen 3 kleine Füchslein mit weißer
Schwanzspitze, was tun. Zurück zur Schule, Frau Lötsch holte
sofort einen kleinen Handkorb und ihr Fahrrad, wir eilten zu
den kleinen Füchslein. Sie packte sie in den Korb, fuhr mit
mir nach Mehltheuer zum Bahnhof und gab sie per Expressgut
nach Leipzig in den Zoo auf Dies wäre heute gar nicht mehr
möglich. Erleichtert radelte ich mit Verspätung nach Hause,
ich wohnte damals in Oberpirk. Im Frühjahr 1956 konnte ich
mir dann ein Moped zulegen (1250.- M). Die 4 Schüler der 8.
Klasse aus Schneckengrün legten ihre Abschlußprüfung in
Chemie in Mehltheuer ab, alle bestanden mit der Note 1. Dies
schrieb ich auf weil Schneckengrün dieses Jahr ein großes
Jubiläum feiert. Nach dem Schließen der Schneckengrüner
Schule setzte sich dort die Stasi fest, man durfte das
Gebiet nicht mehr betreten.
Günter Zeidler |