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| 625 Jahre Schneckengrün - Beitrag zur Geschichte des
Rittergutes |
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Rittergut Schneckengrün |
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Im “Album der Rittergüter und Schlösser im Königreich
Sachsen“ von S. A. Poenicke finden wir zu Schneckengrün
folgendes: Der Name klinge sonderbar. “Jedenfalls ist dem
ursprünglichen Namen Schneckengrün gewaltig mitgespielt worden,
da man ihn wohl unmöglich in dem schnebes der oft erwähnten
Plauischen Gränzurkunde von 1122 verkennen kann, die zwischen
schnebes und Syrau die Dobenau fließen lässt; letzterer aber
kann eben nur wieder der heutige Syrau-Bach sein.“
“Diese Meinung lässt sich mit nichts belegen!“ Kommentiert Ina
Schaller. Sie erwarb Autorität auf diesem Gebiet durch
umfangreiche eigene Recherchen.
Schneckengrün liegt 2 1/4 Stunde ostsüdöstlich von Mühltroff und
südsüdöstlich von Pausa, jenseits des “Forstes“ (einer
Hautholzquelle für Plauen), zwischen Kauschwitz, Fasendorf,
Leubnitz, Rößnitz, Kobitzschwalde, Neundof und Zwoschwitz. Die
Flur sei ein ziemlicher Variation, die mittlere Seehöhe von 1472
Fuss...
Die von Raab waren nicht die ersten bekannten Besitzer, da 1428
Martin Rother auf Schneckengrün unter den Vasallen der
Plauischen Vögte erscheint; 1480 hatte es dagegen Hans von Rabe
auf Reusa und Schloditz.“
1632 kam es durch Erbschaft an Hans Christoph von Reichardt.
Später tauchen als Besitzer u. a. auf: 1670 der Merseburger
Domherr Römer und 1835 Christian Friedrich Adler.
Nach früherer Verfassung war das Erblehn-Rittergut
neueschriftsässig und landtagsfähig. Seine volle Gerichtsbarkeit
gab es schon 1853 ab.
Neben Ackerbau (Erdäpfelbau) und Wiesenwirtschaft betrieb man
eine Schäferei, eine Ziegelei und eine Dampfbrennerei.
1834:60 Häuser mit 275 Seelen
1858:68 Häuser mit 367 Seelen
In einem zweiten Beitrag des Albums finden wir folgende Angaben:
“an der früheren alten Straße von Plauen nach Mühltroff, 1 1/2
Stunde von ersteren Orte in ziemlich coupirter Gegend gelegen,
südwärts davon fließt ein Nebenwasser des Rosenbaches.
Die Zierde des Dorfes ist das Rittergut mit seinem schönen
Herrenhause, welches mit den guten und vortrefflich
eingerichteten Wirtschaftsgebäuden ein großes Viereck bildet und
einen außerordentlich geräumigen Hof umschließt. An der Südseite
des Schlosses liegt ein schöner großer Garten mit vielen
Obstbäumen, der im Herbste mit den schönsten Früchten prangt.“
Im weiteren erfahren wir nochmals vom mehrfachen Besitzerwechsel
im Lauf der Jahrhunderte. “Das Rittergut ist nicht unbedeutend.
Es hat gute Felder und Wiesen und immer noch schön bestandene
Waldungen... Schneckengrün hat eine herrliche Lage, überall
schöne Thalgründe und ausgezeichnete Aussichten nach Reussenland
und sogar bis ins Fichtelgebirge. Die Nähe der Stadt Plauen
gewährt dem Rittergute dadurch große Vorteile, dass täglich
zweimal dort verwertet werden kann...“
Schneckengrün umfasst nicht viele Bauerngüter, aber desto mehr
Kleinhäusler, welche ihren Unterhalt auf dem Rittergut finden
oder sich von Holzhandel (kleingemachtes Leseholz) und
Zöschenverkauf ernähren.
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| Schneckengrün, Adressen von 1911 |
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Von Frau Waltraud Schmidt, Rößnitz erhielten wir Kopien des
Adressbuchs der Amtshauptmannschaft Plauen von 1911.
Schneckengrün hatte zu dieser Zeit 432 Einwohner.
Gemeindevorstand: Vogel, Friedrich Franz, Zimmermann und
Wirtschaftsbesitzer. Gemeindeältester und
Jagdgenossenschafts-vorstand: Schmidt, Eduard, Gutsbesitzer.
Ortsrichter: Hertel, Friedrich, Stellmachermeister. Lehrer: Fomm,
Oskar. Vereine: Kgl. Sächsischer Militärverein, Spar- verein:
Vorstand Rose, Hermann, Zimmerpolier. Gesangverein: Vorstand
Vogel, Max, Bauunternehmer. Turnverein: Vorstand Wolf, Paul,
Maurer.
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